1. März 2017: Politischer Aschermittwoch mit Paul Lendvai

Politischer Aschermittwoch der Welser Initiative gegen Faschismus
Buchpräsentation „Orbans Ungarn“ mit dem Autor Paul Lendvai
1. März 2017, 20 Uhr
Bildungshaus Schloß Puchberg, Puchberg 1, 4600 Wels
Eintritt: 10.- normal/für SchülerInnen, Präsenzdiener etc. frei
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Viktor Orbáns Politik im Visier
Viktor Orbán regiert hinter einem scheinbar demokratischen Vorhang mit eiserner Faust. Eine zwar schwache, aber funktionierende Demokratie baut er in einen autoritären Staat um. Seine nahezu uneingeschränkte Machtposition verdankt er vor allem seiner persönlichen Ausstrahlung, seiner Unbarmherzigkeit und seinem Machtinstinkt. In den 1990er-Jahren als demokratische Hoffnung gefeiert, gilt Orbáns Bewunderung heute Männern wie Putin und Erdoğan. Von den westlichen, liberalen Werten hat er sich abgewendet. Sein rechtskonservativer, populistischer Kurs lässt fremdenfeindlichen und antisemitischen Tendenzen breiten Raum, seine finanz- und wirtschaftspolitischen Ambitionen führen zu einer Spaltung der Gesellschaft: Einer kleinen Schicht profitierender Neureicher steht ein wachsendes Heer an Armen, Arbeitslosen und Mindestrentnern gegenüber. Die politische Opposition ist schwach und gespalten, die junge urbane Generation wendet sich von der Politik ab oder wandert aus. Ungarn ist zu einem Fremdkörper im demokratischen Europa geworden.
Der Autor Paul Lendvai, international angesehener Publizist, Autor und Osteuropa-Experte, schrieb viele Jahre als Korrespondent für die Londoner Financial Times und angesehene österreichische, Schweizer und deutsche Blätter. Er war ab 1982 Chefredakteur der Osteuropa-Redaktion des ORF und ab 1987 Intendant von Radio Österreich international. Heute ist er weiterhin Mitherausgeber und Chefredakteur der von ihm gegründeten internationalen Zeitschrift Europäische Rundschau, Leiter des Europa-Studios des ORF und Kolumnist des Standard. Er hat 16 Bücher publiziert, viele davon Bestseller und in mehrere Sprachen übersetzt, und ist Träger zahlreicher Auszeichnungen.
Foto: Bela Mezey

20. Oktober 2015: ASYLWERBENDE, BETTLERINNEN UND OBDACHLOSE – AM BEISPIEL VON LAND UND STADT SALZBURG

Dienstag, 20. Oktober 2015, 19 bis 21 Uhr

Bildungshaus Schloss Puchberg

Referentin: Landesrätin Mag.a Martina Berthold MBA

Viele Gemeinden tun sich schwer damit, Unterkünfte für AsylwerberInnen zu ermöglichen. Will eine Gemeindeleitung ein Gebäude zur Verfügung stellen, gibt es sogleich Widerstand und Protest. In vielen Fällen fehlt es auch den Bürgermeistern am Mut, das Thema offensiv anzugehen und ein Quartier zu schaffen. In der Stadt Salzburg wird das Betteln in den schönsten Gassen und Plätzen, in den Kernzonen der Altstadt, tagsüber verboten. Den TouristInnen und KonzertbesucherInnen seien die BettlerInnen – damit sind vor allem die Notreisenden aus Rumänien gemeint – nicht mehr zumutbar. Gleichzeitig leben Obdachlose oft schon jahrelange in Salzburg, hausen unter anderem auf dem Kapuzinerberg und in Höhlen des Mönchsbergs.

Unzählige Gespräche, runde Tische und Diskussionen, viele Initiativen reagieren, wollen helfen.
Am Beispiel der Festspielstadt und des Landes Salzburg wird sichtbar, in welch geteilter Gesellschaft wir in Österreich leben. Es kann gezeigt werden, wie die öffentliche Meinung bearbeitet wird und wie Politik handelt bzw. zu handeln versucht.

Gefördert durch die Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung.
Mitveranstalter: Welser Initiative gegen Faschismus, OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus

Kursbeitrag: Spende für Flüchtlingshilfe

Organisation: Wilhelm Achleitner

8. September 2015: Präsentation des dritten Bandes von „Wels im Nationalsozialismus“

Am Dienstag, dem 8. September, präsentieren Michael Kitzmantel und Günter Kalliauer um 19.00 Uhr im Bildungshaus Schloss Puchberg den dritten Band der Buchreihe „Nationalsozialismus in Wels“. Schwerpunktthemen der spannenden Publikation sind u.a. Justiz, Frauen und Bomberabstürze.

Bürgermeister Peter Koits und Antifa-Vorsitzender Werner Retzl werden Statements abgeben.

Veranstaltet wird die Buchpräsentation von der Stadt Wels, dem Bildungshaus, der Welser Initiative gegen Faschismus und dem Oberösterreichischen Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus, gefördert wird sie durch die Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung.

4. November 2014: Erich Hackl und Humberto Ak’abal in Wels

Humberto Ak’abal gilt als herausragender Vertreter der indigenen Literatur Lateinamerikas. Er schreibt in der Maya-Sprache K’iche‘ und lebt nach wie vor in seinem Geburtsort Momostenango im Westen Guatemalas, wo er von klein auf als Hirte, Weber, Wanderverkäufer und Tagelöhner gearbeitet hat. Aus rassistischen Gründen mehrfach diskriminiert – wegen seiner Armut, seiner Herkunft und weil er die Kühnheit besaß, sich in einer der von den Eliten verachteten Mayasprachen auszudrücken – ist er mittlerweile in ein Dutzend Sprachen übersetzt und mit internationalen Literaturpreisen ausgezeichnet worden. Ak’abal schreibt in einer einfachen, anschaulichen Sprache, die oft überraschende Kapriolen schlägt, und zwar über das, was er als seine Wurzeln ansieht: das Leben im Dorf, die Menschen darin, ihre Not, ihre Ängste und Freuden, auch über Tiere, Naturereignisse, Alltagserfahrungen und Geschehnisse, die uns übersinnlich erscheinen, aber im Kosmos der Maya gegenwärtig sind.
Der Autor wird gemeinsam mit seinem Übersetzer Erich Hackl in einer zweisprachigen Lesung (k’iche‘ – deutsch) seinen neuen Gedichtband „Geistertanz“ vorstellen (Waldgut Verlag, erscheint im September 2014).

Der Kursbeitrag inkludiert einen Imbiss. Der Eintritt für SchülerInnen ist frei.

Mitveranstalter: Welser Initiative gegen Faschismus, OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus,
Gesellschaft für bedrohte Völker – Österreich und Südwind OÖ.

Dienstag, 4. November 2014, 19 bis 21.30 Uhr
Eintritt: 10 Euro – SchülerInnen frei – Anmeldung bitte bei
http://www.schlosspuchberg.at/kb/page.php?id=17063

Susanne Scholl: Humorvoll und nachdenklich

Welser Antifa im Dialog mit Osteuropaexpertin

Aschermittwochs-Gespräch zwischen Literatur und Weltpolitik

WELS. Im vollbesetzten Festsaal des Bildungshauses Schloss Puchberg beeindruckte die bekannte Journalistin und Buchautorin Dr. Susanne Scholl beim 4. politischen Aschermittwoch der Welser Initiative gegen Faschismus. Nach humorvollen Leseproben aus ihrem kürzlich erschienenen Roman „Emma schweigt“, in dem sie sich in liebevoller Weise österreichisch-türkisch-russischen Alltagsepisoden widmet, konnten die 250 anwesenden Gäste hochklassige Politanalyse erleben. Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Antifa-Moderator Christian Stöbich standen aktuelle Hintergründe und Perspektiven im Konflikt um die Krim. Frau Scholl skizzierte die Motivationen des Machtmenschen Putin und warnte vor den Folgen zögerlicher westlicher Reaktionen. „Bereits mit dem ersten Schuss im Kiewer Machtkampf hätte der Westen klare Sanktionen androhen und die demokratischen Kräfte in der Ukraine deutlicher stärken sollen“, meinte die Russland-Expertin und zeigte sich über den weiteren Verlauf des Konfliktes nachdenklich. Mit einer humanitären Aktion fand dieser stimmige Abend einen würdigen Abschluss: Mit dem Spendenaufruf der Antifa konnten 2.000 € für das Flüchtlingshaus Courage der Welser Caritas zur Verfügung gestellt werden.

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12. März ´14: Buchpräsentation „Bitter“ mit Ludwig Laher

bitter

Laher stellt in „Bitter“ das Privatleben wie das ‚öffentliche Wirken’ eines mit Befehlsgewalt ausgestatteten, international tätigen österreichischen Kriegsverbrechers, u. a. Gestapo-Chef in Wiener Neustadt, Charkow und Verona, in den Mittelpunkt seines Erzählens. Weit über das individuelle Porträt eines äußerst ehrgeizigen und skrupellosen, charmanten und hochintelligenten Täters hinaus, das, rechnet man sein vielfätiges Nachwirken ein, einen Großteil des 20. Jahrhunderts umspannt, zeichnet das Buch die strukturellen Bedingtheiten nach, die erst möglich machten, was erzählt wird, und wartet dabei mit vielen unglaublichen Details auf, die sowohl verstören als auch Aha-Erlebnisse ermöglichen, auf jeden Fall eine spannende und oft überraschende Lektüre garantieren.

Zuweilen geht der meist distanzierte Erzähler bis an die Schmerzgrenze, indem er sich der zynischen, ellenbogenbewehrten, utilitaristischen Sprache nationalsozialistischer Denkmuster bedient. Später gibt er sich dann doch deutlicher zu erkennen und tritt am Schluß gar selbst auf im Text, noch bevor er den ersten Satz des Buches niederschreibt.

Mittwoch, 12. März 2014, 20 Uhr

Bildungshaus Schloss Puchberg, Puchberg 1, 4600 Wels

http://www.ludwig-laher.com/

5. März ´14: Politischer Aschermittwoch mit Susanne Scholl in Wels

Susanne Scholl liest aus ihrem neuen Roman „Emma schweigt“

Scholl-Susanne

Emma, Rentnerin in Wien, macht sich so ihre Gedanken über eine Welt, die nicht mehr ist, was sie mal war: Die neue türkische Schwiegertochter ist schwanger, die Enkelin trägt zu enge Hosen und ihren Ex-Mann hat einen Schlaganfall. Sarema kommt aus Grosny nach Wien. Dass sie noch am Leben ist, hat sie ihrem verzweifelten Mut zu verdanken: Im Tschetschenien-Krieg hat sie alles verloren, Schlepper haben sie und ihren jüngsten Sohn nach Österreich gebracht. Sarema braucht Asyl, Emma nach einem Unfall Hilfe im Haushalt. Ihre Wege kreuzen sich, Ihre Schicksale verbinden sich. Die Begegnung von zwei Frauen, zwei Kulturen, zwei Schicksalen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können.

Politischer Aschermittwoch in Wels
Die Welser Initiative gegen Faschismus hat vor mittlerweile vier Jahren diese Veranstaltungsreihe begründet, um zu dem dumpfen, schenkelklopfenden Bierzeltrassismus rechtsextremer Aschermittwochsveranstaltungen ein niveauvolles Gegen-Konzept zu bieten. Alljährlich laden wir Gäste zum Dialog, die auf Solidarität und Sensibilität setzen statt auf Hetze und Sündenbockgehabe.Wir freuen uns auf einen anregenden Abend mit interessanten Menschen und traditionellem Heringskäse.

Unser Gast: Dr. Susanne Scholl

Entstammt einer österreichisch-jüdischen Medizinerfamilie, mit deren tragischem Schicksal sie sich in ihrem Roman „Elsas Großväter“ (Picus Verlag, Wien 2003) auseinandersetzte. Nach einem Doktoratsstudium der Slawistik in Russland und Rom begann sie ihre journalistische Laufbahn als Mittel- und Osteuropa-Korrespondentin der französischen Zeitung „Le Monde“, anschließend war sie für Radio Österreich International und die APA tätig. Paul Lendvai holte sie 1986 in die neue ORF-Osteuroparedaktion. 1989 ging Scholl als Korrespondentin des ORF nach Bonn, 1991 wechselte sie nach Moskau. 1997 bis 2000 leitete sie in Wien das „Europajournal“ im ORF-Radio, um dann nach Moskau zurückzukehren. Aufsehen erregte ihre vorübergehende Festnahme durch die russischen Behörden während der Berichterstattung aus Tschetschenien.In den letzten Jahren hat sich Frau Scholl mit politischen Analysen, Erzählungen, Romanen und Gedichten einen Namen gemacht. Die gesellschaftlichen Entwicklungen in Russland und Osteuropa, aber auch die alltäglichen Probleme und Schicksale dieser Menschen bilden ihre Themen. Susanne Scholl wurde mit zahlreichen Preisen, wie dem Axel-Corti-Preis und dem Buchliebling Lifetime-Award, ausgezeichnet.

5. März 2014, 20 Uhr

Bildungshaus Schloss Puchberg, Puchberg 1, 4600 Wels