Csar und Kroiß wollen mit dumpfen Vorurteilen punkten

Wenn der Welser Vizebürgermeister Kroiß (FPÖ) und der Landtagsabgeordnete Gemeinderat Csar (ÖVP) nicht gerade beim Üben von deutschem Liedgut oder beim Auswendiglernen von deutschen Gedichten sind, gehen sie am Messegelände spazieren und finden acht Würstel (fünf davon in einer WC-Muschel), deren Herkunft nach Aussage der beiden Herren eindeutig auf Roma-Hinterlassenschaft hindeutet. Das ihrer Presseaussendung beigefügte Bildmaterial ist wohl nicht von bester Qualität und und auch als Beweismittel für den Tatbestand der exkrementösen Verschmutzung des Welser Messegeländes nicht unbedingt geeignet, reicht aber sichtlich aus, um erneut mit dumpfen Vorurteilen punkten zu wollen und einen weiteren üblen Vorstoß in Richtung Campierverbot zu wagen. „Der Landesverfassungsdienst hat das von Blau-Schwarz initiierte Verbot schon zweimal als eindeutig rechtswidrig eingestuft, was den wackeren Kämpfern gegen die von ihnen monierte Verschandelung des Messegeländes ziemlich wurscht sein dürfte – wie so vieles andere auch“, sagt Werner Retzl, Vorsitzender der Welser Initiative gegen Faschismus, die alles tun wird, um ein Wiederaufleben des rechtswidrigen und rassistischen Campierverbotes zu verhindern.

Welser Antifa setzt Akzente – Politik und Literatur im Gespräch

Veranstaltungsreihe setzt auf Information und Diskussion

WELS. Nur wenige Tage nach dem „Politischen Aschermittwoch“ setzt die Initiative gegen Faschismus („Welser Antifa“) weitere literarisch-politische Akzente in der Stadt: „Im aktuellen Veranstaltungszyklus präsentieren wir hochklassige Autoren und Wissenschaftler, die sich mit gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen, die jeden betreffen“, meint Antifa-Vorsitzender Werner Retzl stolz und fügt hinzu: „Zeitgeschichte und Gesellschaftskritik gelten oft als sperrige Themen und entsprechend als ´Minderheitenprogramm´. Im Gegensatz dazu orten wir bei vielen Menschen die Sehnsucht nach qualitätsvoller Auseinandersetzung mit allgemein politischen Fragestellungen und anregender Diskussion, abseits kleinlichen, parteipolitischen Hickhacks.“

In den kommenden Tagen geht es Schlag auf Schlag: Bereits am Mittwoch den 12. März präsentiert die Antifa den Landeskulturpreisträger Ludwig Laher mit seinem neuen Roman „Bitter“, der tiefe Einblicke in Psychologie und gesellschaftliches Umfeld eines oberösterreichischen Kriegsverbrechers gibt. Am 13. März folgt der Politologe Thomas Schmidinger, der über den „Arabischen Frühling“ und die Situation im Nahen Osten berichtet, und am Montag den 17.3. ist die Literaturwissenschaftlerin Bianca Angerer mit dem brandaktuellen Thema „Zigeuner-Feindlichkeit“ zu Gast.

Die Veranstaltungen im Überblick:

BUCHPRÄSENTATION „Bitter“ mit Autor LUDWIG LAHER

Mittwoch, 12.03.2014, 20.00 Uhr, Bildungshaus Schloss Puchberg, Eintritt: 10 €

3 JAHRE ARABISCHER FRÜHLING – Politologe Thomas Schmidinger analysiert

Donnerstag, 13.03.2014, 19.00 Uhr, Alter Schlachthof, Wels, Eintritt frei

Vortrag „Antiziganismus“ – Bianca Angerer im Rahmen des Monatsforums

Montag, 17.03.2014, 18.45 Uhr, Galerie Cafe Nöfas, Eintritt frei

17. März ´14: Monatsforum und Vortrag „Antiziganismus“

Zu unserem Monatsforum möchten wir alle Mitglieder, Interessierten und FreundInnen herzlich einladen!
Nach der Besprechung der aktuellen Ereignisse hören wir ein spannendes Referat von Bianca Angerer:

Antiziganismus ist der Fachbegriff für das Phänomen der „Zigeuner“feindlichkeit. Er richtet sich vor allem gegen die ursprünglich aus Indien stammenden und später nach Europa zugewanderten Roma. Über keine andere Minderheit wissen die meisten Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft so wenig. Antiziganismus äußert sich in menschenunwürdiger Herabsetzung, verbaler Herabwürdigung, Konfrontation mit Vorurteilen sowie der Wahrnehmung bzw. Bezeichnung der Volksgruppen als „Zigeuner“. In vielen Ländern Mittel-, Süd- und Südosteuropas leben Roma am Rande der Gesellschaft. Auch in Österreich ist Antiziganismus nicht unbekannt und gehört zum Alltag. Bianca Angerer gibt einen Einblick in das Thema und berichtet von aktuellen Entwicklungen in Österreich und Europa. 

MMag. Bianca Angerer, geboren 1985 in Wels. Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft und Romanistik (Spanisch) in Innsbruck und Valencia, Spanien. Arbeitet bei der ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus, einer steiermarkweit aktiven Fachstelle für Antidiskriminierung, Gewaltprävention, Menschenrechtsbildung und zeitgeschichtliche Erinnerungs- und Gedenkarbeit.

Montag, 17. März 2014, 18.45

Galerie-Cafe Nöfas, Schubertstr. 8, 4600 Wels