„Drohung mit Autobahnsperre ist eine Bankrotterklärung des Welser Bürgermeisters“

Die Ankündigung des Bundes, in Ausübung seines Durchgriffsrechtes, 300 AsylwerberInnen in der Welser Hessen-Kaserne unterzubringen, sorgte dieser Tage für heftige Reaktionen. Bürgermeister Rabl, der davon wieder mal nichts gewusst haben wollte, drohte gar mit einem Protestmarsch auf der Innviertler Autobahn. Dem kann Werner Retzl von der Welser Initiative gegen Faschismus freilich nichts abgewinnen:

„Rabl wäre verpflichtet, passende Quartiere dem Bund zu melden. Das hat er nicht getan, nun greift der Bund eben durch“. Die Probleme werden sicher nicht mit kindischem und gefährlichem Aktionismus gelöst.

Offenbar kennt Rabl auch die Fakten nicht:

„Derzeit sind in der Stadt Wels mehr als 390 Asylwerber untergebracht. Dazu kommt noch die Beherbergung von rund 600 Transitflüchtlingen.“ behauptet Bürgermeister Rabl.

Wahr ist: Es ist seit 10. Dezember kein einziger (!) Transitflüchtling mehr in Wels. Die Anzahl von AsylwerberInnen beträgt auch nicht „mehr als 390“, sondern exakt 387.

„Also entweder hat Herr Rabl keinen Dunst davon, was in Wels passiert, oder er hat eine verzerrte Wahrnehmung. So oder so erschreckend.“ meint Antifa-Vorsitzender Retzl.

Auch über die Kommunikation zwischen Ministerium und Stadt gibt es von der FPÖ widersprüchliche Angaben – in der gleichen Presseaussendung. Im ersten Absatz heißt es, man wurde „vom zuständigen Innenministerium darüber informiert“, im zweiten Absatz steht plötzlich, „die Verantwortlichen erfuhren von dem geplanten Asylzentrum aus der Zeitung.“

Die FPÖ-Aussendung: http://www.wels-aktuell.at/?archiv=&newsid=1176