8. Oktober 2016: Großes Netzwerk-Treffen

Das Große Treffen des OÖ. NETZWERK GEGEN RASSISMUS UND RECHTSEXTREMISMUS findet am Samstag, dem 8. Oktober, um 14.00 Uhr im Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels statt.

(Das Treffen der oö. Mauthausen-Komitee-Gruppen beginnt wie üblich schon um 9.00 Uhr.)

Die neue SPÖ-Landesvorsitzende und Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer wird Grußworte sprechen. Die beiden Hauptreferate halten Caritas-Präsident Michael Landau („Flüchtlingshilfe und Asylpolitik“) sowie der bayerische Aufdeckerjournalist Ulrich Chaussy („Hintergründe des Münchner Oktoberfestattentats 1980“). Für die Begleitung mit Klezmer-Musik sorgen Katja Bielefeld (Klavier) und Manuel Peer (Klarinette). Zum Abschluss des Treffens (um etwa 17.00 Uhr) bietet ein Buffet Gelegenheit für interessante Gespräche.

 Wichtige Hinweise zum Netzwerk-Treffen:

*          Bitte ein paar Minuten VOR 14.00 Uhr eintreffen! Wegen des dichten Programms wird pünktlich begonnen. (Die VertreterInnen der oö. Mauthausen Komitee-Gruppen treffen schon um 9.00 Uhr ein.) 

*          Bitte Eure Folder, Broschüren, Zeitungen, Plakate etc. mitnehmen und auflegen! Es gibt im Foyer eigene Tische für die Materialien.

*          Bitte nehmt nicht nur verlässlich am Großen Netzwerk-Treffen teil, sondern bewerbt es auch und bringt Interessierte aus Eurem Umfeld mit! Danke!

Rede anlässlich des Gedenkens der Opfer des Todesmarsches der ungarischen Juden

Redebeitrag von Katharina Gusenleitner:

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Namen der Welser Initiative gegen Faschismus bedanke ich mich, dass sie sich heute zum Gedenken an die Opfers des Todesmarsches der ungarischen Jüdinnen und Juden hier versammelt haben. Ich darf mich auch bei meinen beiden Vorrednern für ihre wichtigen Worte bedanken und ebenso beim Evangelischen Posaunenchor Wels unter der Leitung von Martin Köberl für die musikalische Umrahmung.

In erster Linie haben wir uns hier eingefunden, um Menschen zu gedenken. Menschen, die Schreckliches erlitten haben, die ein Martyrium durchlebten, das für unsere Gehirne und Herzen kaum vorstellbar ist. Im Nordteil des Welser Friedhofs sind 1.030 KZ-Opfer – vorwiegend ungarische Jüdinnen und Juden – bestattet. Sie mussten am Todesmarsch von Mauthausen nach Gunskirchen im April 1945 teilnehmen. Viele von ihnen wurden noch durch die US-Armee befreit, konnten aber nicht mehr gerettet werden: Sie starben an Seuchen und Entkräftung. Wir sind aber auch hier, um zu ermahnen, dass ein Verbrechen dieses Ausmaßes nie wieder passieren darf, was angesichts der Erstarkung rechtsextremer Umtriebe und Gewaltakte von erheblicher Dringlichkeit ist.

Bedauerlicherweise geschieht seit den Abscheulichkeiten von damals  so viel anderes Unrecht und Leiden und Sterben.

Ich möchte mich heranwagen, möchte eine Brücke schlagen zwischen den abscheulichen Gräueltaten der Vergangenheit und den teils menschunwürdigen Politiken der Gegenwart, wobei ich der Überzeugung bin, dass es nicht ungefährlich ist, jegliches Ereignis mit geschichtlichen Geschehnissen zu vergleichen und somit zur Verharmlosung des weiterhin größten Verbrechens der Menschheit beizutragen.

Als ich das letzte Mal vor 2 Jahren die Gelegenheit hatte  hier zu reden, widmete ich mich meine Worte  der Bedeutung von Gedenkarbeit sowie dem modernen Antisemitismus. Auch darüber ließe sich heute noch gut sprechen, da beides nichts an Aktualität eingebüßt hat. Gedenkarbeit scheint wichtiger denn je und auch über gegenwärtigen Antisemitismus ließe sich leider ausufernd referieren.

Lassen Sie mich heute versuchen, das psychologische Moment der Jetztzeit herauszuarbeiten – nämlich das Spiel mit der Angst der Menschen, das Forcieren des Wunsches nach Sicherheit und Abschottung, um das sich aktuell alles dreht und sich schon einmal gedreht hat in diesem Land am Strome, der Äcker und Dome. Doch nicht nur hier in dieser kleinen Alpenrepublik, läuft vieles verquer und ist die Fläche für die Verunmenschlichung des Menschseins geebnet.

Doch zurück zu besagter Alpenrepublik:

Flüchtlingsströme, Überfremdung, Terrorgefahr, Islamisierung, Abgrenzung, Grenzen, Obergrenzen, Besinnung auf unsere Werte, Sicherheit, etc gipfelten schließlich in einem vermeintlichen Notstand. Ängste, die ein Player im Staate schürt und von anderen instrumentalisiert werden, um nur irgend möglich einen kompletten Machtverlust zu verhindern. Es gibt sie wieder in Hülle und Fülle – die Demagogen.

In Österreich von einem Notstand zu sprechen, ist so ziemlich das Vermessenste und geht so sehr an der Realität vorbei, dass es schon weh tut, davon zu lesen. (Wenn man sich vor Augen hält, was sich in anderen Regionen dieser Erde oder an diversen europäischen Grenzen abspielt.) Es schmerzt jedoch nicht nur, sondern versetzt in Furcht und Schrecken – die Menschen, die diesen Behauptungen und ihren darauffolgenden Taten Glauben schenken aber auch diejenigen, die dies nicht tun und um ihre verfassungsmäßig gewährleisteten Rechte und das demokratische System in Sorge sind.

Denn die Angst hat viele Facetten und findet sich unter Anhängerinnen verschiedenster Gesinnungen. Beim Basteln an meiner Rede entsann ich mich eines Zitates Adornos, das mir in den letzten Monaten immer wieder auf social media Kanälen aufgeschlossener, liberaler und weltoffener Menschen unterkam, das da lautet:

Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten.
Was für ein weiser Mensch!

Die einen fürchten sich vor größtenteils inszenierten Phänomenen, die Ängste der anderen sind leider so real wie sie es schon lange nicht mehr waren. Ja es ist zum Gruseln: die Beschneidung von Minderheitenrechten, Ausgrenzung von Menschen, Gewalt gegen Menschen, das plakative Hetzen gegen Menschen (wie etwa lokal passiert durch die öffentliche Abbildung von Fäkalien), die Besinnung auf das ausschließlich eigene Kulturgut (es stellt sich hier die Frage, was das überhaupt sein soll), der Wunsch nach Einfalt anstelle von Vielfalt, die Kriminalisierung von Menschen, die anderen Menschen Hilfe und Schutz bieten kumulieren schließlich in der eigenmächtigen Aussetzung von völkerrechtlichen Verträgen und Asylrechtsverschärfungen und Grenzschließungen. Derartige Politiken bringen am Ende noch das ohnehin bereits fragile Fundament des größten Friedensprojekts des vorigen Jahrhunderts zum Scheitern. Ja, welcher vernunftbegabte Mensch würde es bei so viel Gift nicht mit der Angst zu tun bekommen. Und was geschah eigentlich mit der Unantastbarkeit der Menschenwürde?

Angst jedoch ist ein negativer Motor und nicht notwendig, solange es nicht um Leib und Leben geht. Die Kunst, wieder eine menschenwürdigere Umwelt mit internationalem Weitblick und Offenheit gegenüber Menschen zu schaffen, wird darin liegen, nicht aus Angst sondern aus Liebe zu den Menschen zu kämpfen und zu handeln. Sicher können wir auch aus Angst dagegenhalten, aufklären, auf Grund- und Menschenrechte pochen, was angesichts der momentanen Politik nicht verwunderlich wäre, schöner und nachhaltiger ist es aber, dies aus Solidarität zu tun. Erst durch die Aufgabe des Strebens nach Sicherheit, nach Grenzen und Macht können wir die Freiheit des Menschseins wiedererlangen.

Vielleicht sollten wir aufhören uns zu fürchten und einfach loslegen oder weitermachen. Doch egal aus welchen Motiven wir handeln, das Schlimmste wäre wohl die Nichttat. Ich schließe wieder mit einem Zitat Adornos:

Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen

In diesem Sinne lösen wir die Aufgabe!

Herzlichen Dank für ihre Aufmerksamkeit!

ung16

Christian Stöbich, Werner Retzl, Anton Pelinka, Katharina Gusenleitner, Robert Eiter, Johnny Reindl-Schwaighofer

Keine Koalition mit dem Rassismus!

OÖ. NETZWERK GEGEN RASSISMUS UND RECHTSEXTREMISMUS

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!

Unser OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus wurde 2001 im Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels gegründet. Mittlerweile gehören dem Netzwerk 75 politische, kirchliche, kulturelle und humanitäre Organisationen an – beispielsweise die Katholische Aktion, SOS Menschenrechte, Pax Christi, der KZ-Verband, die Pfadfinder, die Volkshilfe, die Kulturplattform KUPF, die Kinderfreunde und die Gewerkschaftsjugend.

Wir betrachten es als eine unserer Aufgaben, rechtsextreme Aktivitäten in Oberösterreich zu dokumentieren und ihnen entgegenzuwirken. Dabei arbeiten wir mit dem Mauthausen Komitee und mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes zusammen. Unser Netzwerk ist regelmäßiger Ansprechpartner bundesweiter und regionaler Medien.

Rechtsextreme und rassistische Aktivitäten haben während der letzten Jahre in Österreich und auch in Oberösterreich massiv zugenommen. Ein beträchtlicher Teil dieser Aktivitäten geht von FPÖ-Funktionären aus, die in übelster Weise NS-Gedankengut verbreiten, hetzen und Hass predigen. Darauf haben Sie im Landtagswahlkampf ja mehrfach hingewiesen. Die FPÖ hat aus diesen Hinweisen keinerlei Konsequenzen gezogen. Immer neue Vorfälle beweisen, dass sie eine ewiggestrige und rassistische Partei ist.

Angesichts dieser Tatsachen haben die 200 Delegierten auf dem Jahrestreffen unseres Netzwerks (am 10. Oktober 2015 im Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels) einstimmig einen Antrag beschlossen, der Folgendes fordert:

→      Eine Erklärung der Landesregierung, dass Rassismus und Rechtsextremismus auch in Oberösterreich gravierende Probleme sind, die konsequent bekämpft werden müssen.

→      Ein umfassendes Maßnahmenpaket der Landesregierung, das neben Politik, Sicherheitsbehörden, Justiz und Schulen auch die Zivilgesellschaft einbinden muss.

→      Eine klare Abgrenzung der demokratischen Parteien von der FPÖ, und zwar auf allen Ebenen: Keine Koalition mit dem Rassismus, weder in Oberösterreich noch anderswo! Hetzer und Hassprediger sind nicht bündnisfähig.

→      Konsequente Fahndung des Verfassungsschutzes nach neonazistischen Tätern  sowie konsequente Untersuchung der rechtsextremen Aktivitäten und neonazistischen Verbindungen von FPÖ-Funktionären.

→      Die zügige und am antifaschistischen Auftrag der Bundesverfassung orientierte Abwicklung aller Strafverfahren wegen rechtsextremer und fremdenfeindlicher Delikte.

Wir ersuchen Sie, sehr geehrter Herr Landeshauptmann, um Ihre Unterstützung bei der Umsetzung dieser Forderungen!

Ein Bündnis der ÖVP mit der FPÖ würde letztere aufwerten, ohne dass die rechtsextremen Aktivitäten von FPÖ-Funktionären enden würden.

Dies wäre für das demokratische System ebenso schädlich wie für den internationalen Ruf unseres Bundeslandes.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Robert Eiter

Netzwerk-Sprecher

10. Oktober 2015: Antifa-Netzwerk-Konferenz 2015 in Wels

Am Samstag, 10. Oktober 2015 findet im Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels das diesjährige große Netzwerktreffen des OÖ Netzwerkes gegen Rassismus und Rechtsextremismus statt. Nachstehend das genaue Programm des Treffens:

14.00 Uhr: Musik (Kohelet 3)
14.05 Uhr: Eröffnung (Wilhelm Achleitner)
14.10 Uhr: Totengedenken
14.15 Uhr: Grußworte (Rudolf Anschober, Katharina Kucharowits)
14.25 Uhr: Jahresbericht (Robert Eiter, Sarah Mayer)
14.45 Uhr: Fragen und Diskussion

14.55 Uhr: Diskussion und Abstimmung von Anträgen
15.10 Uhr: Statements Neubeitritte (Ferhat Büyükdemirci, Reinhard Leonhardsberger)
15.20 Uhr: Musik (Kohelet 3)
15.30 Uhr: Referat „Vermittlungsbox DENK.STATT Johann Gruber“ (Monika Weilguni und Christoph Freudenthaler)
15.45 Uhr: Fragen und Diskussion
15.55 Uhr: Referat „Arbeit des Bayerischen Bündnisses für Toleranz“ (Martin Becher)
16.10 Uhr: Fragen und Diskussion
16.25 Uhr: Musik (Kohelet 3)
16.30 Uhr: Referat „Haus der Verantwortung“ (Andreas Maislinger)
16.45 Uhr: Fragen und Diskussion
16.55 Uhr: Allfälliges und nächste Termine

Wichtige Hinweise zum Netzwerk-Treffen:

* Bitte schon vor 14.00 Uhr eintreffen, wegen des dichten Programms wird pünktlich begonnen. (Die VertreterInnen der oö. Mauthausen Komitee-Gruppen treffen schon um 9.00 Uhr ein.)
* Bitte Folder, Broschüren, Zeitungen, Plakate etc. mitnehmen und auflegen, es gibt eigene Tische für die Materialien.
* Bitte allfällige Anträge bis spätestens 1. Oktober per E-Mail an Robert Eiter (Mail Eiter.R@mail2u.at) übermitteln!
* Bitte am Netzwerk-Treffen teilnehmen, dieses bewerben und Interessierte aus dem eigene Umfeld mitnehmen

11. Oktober 2014: Großes Netzwerk-Treffen in Wels/Puchberg

Das jährliche Große oö Antifa-Netzwerk-Treffen findet am Samstag, dem 11. Oktober, ab 14.00 Uhr im Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels statt.
Nach der Erledigung der Netzwerk-Themen präsentiert Moussa Al-Hassan Diaw das Statement „Präventionsarbeit gegen Fundamentalismus“, weiters sind zwei Referate geplant, über die „Antifaschistische Arbeit des DGB Bayern“ spricht Robert Günthner und mit dem „Rechtsextremismus im Internet“ befassen sich Wilhelm Lasek und Robert Patocka.