Flüchtlingen helfen in Wels und Umgebung: Aktuelle Situation/17. 9. 2015

Hier mal eine Zusammenfassung der aktuellen Situation:

  • Im Kulturzentrum Alter Schlachthof wurde eine Abgabestelle für Sachspenden eingerichtet um die bisherigen Abgabestellen zu entlasten. Derzeit sind aber alle Abgabestellen überfüllt, also bitte KEINE Sachspenden abgeben, weder im Schlachthof noch direkt in den Messehallen. Auch die Lager von Volkshilfe und Caritas sind überfüllt – bitte eventuell vorhandene Sachspenden vorerst zu Hause aufheben, bis wieder Bedarf bzw. Platz dafür besteht
  • Bitte akzeptiert die Bitten der MitarbeiterInnen der professionellen Hilfsorganisationen bzw. des Magistrates
  • Es wurde eine Liste von Personen erstellt, die ehrenamtlich verschiedene Dienstleistungen erbringen wollen: Deutschkurse, Freizeitgestaltung und vieles andere. Ist zur Unterstützung jener gedacht, die längerfristig in Wels bleiben wollen.
  • Zur Information über die aktuelle Situation empfehlen wir

auf facebook die Gruppen:

„Flüchtlingen helfen in Wels und Umgebung“

„Rotes Kreuz Wels“

„Wels hilft.“

oder

die mailingliste http://lists.ps1.at/cgi-bin/mailman/listinfo/refugeeswelcome_wels

oder

die diversen Homepages von Alter Schlachthof Wels, Welser Initiative gegen Faschismus, der Hilfsorganisationen etc.

  • Immer benötigt werden Geldspenden:

Rotes Kreuz Wels, Flüchtlingshilfe

IBAN AT 833400 000200113654

BIC RZOOAT2L

31. August 2015: Gestorben auf der Flucht – Trauermarsch und Mahnwache

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Jeden Tag ertrinken Menschen im Mittelmeer auf der Flucht – mit der Hoffnung auf ein lebenswerteres Dasein in Europa. Gestern hat sich diese europäische Realität mitten unter uns gesellt.

71 Flüchtlinge – 59 Männer, 8 Frauen, 4 Kinder – sind gestern tot aufgefunden worden, gestorben auf der Flucht in unser „sicheres“ Europa.

Und mit der Mitteilung über tote Flüchtlinge, wird der Ruf nach strengeren Grenzkontrollen in Österreich lauter, um den Schleppern, die diesen Menschen eine sichere Existenz in Aussicht stellen, die Wege zu erschweren. Den Menschen, die keine legale Möglichkeit haben, um Asyl in Österreich zu beantragen, OHNE zuvor die Dienste eines Schleppers in Anspruch zu nehmen.

Gestern ist der Tod bei uns angekommen. Tote Flüchtlinge auf der A4. EINUNDSIEBZIG. Und wir wollen das nicht ungesehen lassen.

Am Samstag Morgen, den 29. August 2015, um 08:00 Uhr, trafen wir uns im Alten Schl8hof und stellten 71 „Gedenksteine“ in Erinnerung an die Toten auf.

Am Montag Abend, am 31.August 2015 um 19:00, ist dann erneut Treffpunkt im Alten Schl8hof. Gemeinsam tragen wir unsere 71 schwarzen Kisten/ Gedenksteine auf den Welser Stadtplatz, um dem Andenken an die verstorbenen Flüchtlingen den Platz zu geben, den sie verdienen. Diese werden dort abgestellt und es werden für jeden dieser symbolischen Särge ein Grablicht entzündet. Nachdem gemeinsamen Lichter Entzünden und einer Schweigeminute werden mehrere Freiwillige bis Mitternacht eine Mahnwache abhalten und die Gedenksteine bewachen.

Hintergedanke der Veranstaltungen ist es, den Verstorbenen und ihrem Andenken ein Mahnmal zu setzen und darauf aufmerksam zu machen, wie viele Menschen vor den „sicheren“ Grenzen unseres Europas zu Grunde gehen.

Wir bitten daher:
Denkt an die Toten an unseren Grenzen und schafft mit uns Platz für Ihr Gedenken.

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Die FPÖ sollte beim Thema Subventionen lieber schweigen…

FPÖ kritisiert Förderung für Kulturvereine – und kassiert selbst Millionen

Alle Jahre wieder… schießt sich die FPÖ auf gewisse Kulturvereine- und Institutionen ein, deren Veranstaltungshorizont über Trink- und Schunkelabende hinausgeht: Entartete Kunst sozusagen! Aktueller Anlass ist diesmal die Veröffentlichung des Förderberichtes 2014 des Landes Oberösterreich, aus dem hervorgeht, dass in Wels der Alte Schlachthof (böse), der Kulturverein waschaecht (sehr böse) und das Medienkulturhaus (mittelböse) Geld aus Landesmittel erhielten.

„Es ist dringend notwendig, das Förderwesen in Wels transparenter zu gestalten. Doppel- und Mehrfachförderungen müssen endlich der Vergangenheit angehören.“ (1) fordert da Vizebürgermeister Dr. Rabl, sowie:

„Die FPÖ fordert daher, dass zukünftig vom Land ausbezahlte Förderungen auf städtische Subventionen angerechnet werden müssen.“ (ebenda)

Interessant. Da stellt sich die Frage, ob die FPÖ gleich mal mit gutem Beispiel vorausgeht, und selbst auf Doppel- und Mehrfachförderung verzichtet? Denn für die „Freiheitlichen“ selbst sprudeln die Subventionen aus verschiedensten Quellen, und das reichlich. Werfen wir doch mal einen Blick in den Förderbericht des Landes OÖ (2):

2014 gabs für die oberösterreichische FPÖ 3 187 932,- an Parteienförderung in Oberösterreich. Der Lantagsklub brachte extra noch 206 552,-, ein „Freiheitliches Bildungswerk“ 345 000 Euro. Die gewerkschaftliche „Aktionsgemeinschaft Unabhängiger und Freiheitlicher/AUF“ machts für schlappe 50 000, die „Initiative Freiheitlicher Frauen“ bekommt 9000,-.

Der „Ring Freiheitlicher Jugend“ lukrierte stolze 112 000,- an Landesförderung, das ist zwar ein Klacks gegen die Summe, die der „Jungen ÖVP“ genehmigt wird (480 000,-), aber immerhin mehr als die „Jungen Grünen“ und die „Sozialistische Jugend“ gemeinsam erhalten.

Es wird aber noch skurriler: Während sich ein „Freiheitlicher Familienverband“ mit gerade mal 5000 Euro abquälen muss, erhält ein „Freiheitlicher Arbeitskreis Attersee“ 55 000. Nie davon gehört? Wir auch nicht. Die Internetrecherche ergibt, dass diese Gruppierung zwei mal im Jahr einen „Attersee-Report“ veröffentlicht. Na immerhin.

Den Jackpot erhält jedoch der FPÖ-nahe „Liberale Klub“. 100 000 erhielt dieser 2014, als einzige Akivitäten in diesem Zeitraum kann das Abhalten zweier „Klubabende“ festgestellt werden.

Bleibt zu sagen: Wer in einem derart gut subventionierten Glashaus sitzt, sollte keine Steine auf den Schlachthof werfen.

(1) http://www.wels-aktuell.at/?archiv=&newsid=1083

(2) http://www2.land-oberoesterreich.gv.at/internetfoerderbericht/InternetFoerderberichtZfi_f_int4SuchenListe.jsp?cmdStart=Startseite

13. März ´14: Von der Revolution zum Bürgerkrieg. Die Arabische Welt in der Krise

VORTRAG UND DISKUSSION MIT THOMAS SCHMIDINGER

schmidi

Die Hoffnungen der Revolutionäre in der Arabischen Welt wurden vorerst enttäuscht. Statt Demokratie und sozialer Umverteilung herrscht in Ägypten derzeit eine Militärdiktatur, in Bahrain eine von Saudi-Arabien gestützte autoritäre Monarchie, in Syrien ein offener und in Libyen und im Jemen ein latenter Bürgerkrieg. Lediglich Tunesien scheint derzeit das Potential zu einer demokratischen Entwicklung zu bieten. Vordergründig scheint es als hätte sich der ‚Arabische Frühling‘ in einen frostigen Winter verwandelt.
Der Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger analysiert Hintergründe und Entwicklung der arabischen Revolutionen und verbindet diese mit der Politischen Ökonomie der Region.

Donnerstag, 13. März 2014, 19 Uhr

Alter Schlachthof, Dragonerstr. 22, 4600 Wels

http://homepage.univie.ac.at/thomas.schmidinger/

Foto: Thomas Schmidinger 2012 in Syrien, YEKITI MEDIA