Wenn die Arbeit des Bürgermeisters zur Bierzeltgaudi verkommt

Der Welser Bürgermeister Rabl meint in einem aktuellen Interview, er müsse als FPÖler die Bierzeltklaviatur bespielen können. Wie wahr! Dem müsste man eigentlich nichts hinzufügen, würde er sich mit dem begnügen und wäre da nicht seine Funktion als Welser Stadtoberhaupt, in der er bislang außer Grauslichkeiten nichts vorzuweisen hat. Wenn ein hochrangiger Politiker nur seine Klientel bedient und Wels von der Einkaufsstadt zur Stadt der nationalen Erhebung mutieren lässt, muss selbst dem blauäugigsten Beobachter der Welser Stadtpolitik klar werden, dass die Welserinnen und Welser mit Andreas Rabl den politischen Bock zum Gärtner gemacht haben. Manche mögen ja noch immer meinen, dass rechtextreme Jugendsünden diverser Parteikollegen Rabls politisch verjährt seien, dass polternde Bierzeltreden gemeinsam mit FP-Granden vernachlässigbare Wahlkampfrhetorik seien, dass die Bestellung des Magistratsdirektors mit einem schlagenden Burschenschafter nicht der Rede wert sei. Wenn all das so belanglos ist, wie es Rabl und Konsorten glaubhaft machen wollen, dann werden die Welserinnen und Welser leider erst dann merken, woher der Wind bläst, wenn sie es so richtig schmerzhaft im Börsel spüren und die Stadt erfolgreich in einen blauen Versorgungspool umgewandelt worden ist. Bis dahin werden wir den passionierten Geigenspieler Rabl wohl kaum auf der Festzeltbühne musizieren hören, sondern recht extrem an der Umsetzung der freiheitlichen Agenda arbeitend erleben.

Leserbrief von Werner Retzl, Vorsitzender der Welser Initiative gegen Faschismus

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