Streetwork Wels reiste nach Krakau und Auschwitz

Einige MitarbeiterInnen des Streetwork Wels organisierten eine Exkursion – gerne haben wir diese tolle Initiative unterstützt. Hier der Bericht:

Bericht: Polen-Reise mit Jugendlichen und Besuch der Stadt Krakau und der Gedenkstätte des ehemaligen KZ-Lagers Auschwitz/Birkenau

Von Freitag, 11. September bis Sonntag, 13. September 2015 unternahmen wir als Streetwork mit einer Gruppe von sechs Jugendlichen eine Exkursion nach Polen, um die Gedenkstätte Auschwitz/Birkenau und die Stadt Krakau zu besichtigen. Der Wunsch kam von den Jugendlichen und wurde von uns als non-formelles Bildungsangebot umgesetzt. Eines der Hauptziele war die Vermittlung der Menschenrechte und ihrer Bedeutung für Europa.

Unsere Gruppe war sehr bunt gemischt und multikulturell: bosnisch, türkisch, kurdisch, albanisch, österreichisch; zwei junge Frauen und vier Burschen.

Bei den vorbereitenden Treffen mit den Jugendlichen beschäftigten wir uns mit dem Thema NS-Zeit und dem Bezug zur Gegenwart. Dabei thematisierten die Jugendlichen das aktuelle Thema der Flüchtlinge in Europa. Bei der Fahrt nach Polen gab es eine große Überraschung, wie schön denn Polen sei und was für ein falsches Bild die Jugendlichen davon hatten.

Die Stadt Krakau begeisterte die Jugendlichen vollends. Eine wunderschöne, historische Stadt mit sehr vielen jungen Menschen und einem pulsierenden Tages- und Nachtleben.

Am zweiten Tag besuchten wir das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz/Birkenau. Wir wurden von einer sehr kompetenten Historikerin durch das Lager geführt und alle waren sehr bewegt und erschüttert. Viele Gespräche und Diskussionen entstanden, unter anderem über die kleinen Schritte der Ausgrenzung und Intoleranz, die durch Gewöhnungseffekte letztlich den Horror ermöglichen konnten sowie über die Gefahr von nicht begrenzter, undemokratischer Macht. Die Fallbeispiele aus dem terriblen Alltag der Häftlinge sowie die industrielle Vernichtung der Menschen berührten die Jugendlichen sehr.

Unser Ziel, den Jugendlichen die Dimension des NS-Terrors und die Wichtigkeit der unveräußerlichen Menschenrechte auch in der heutigen Zeit zu vermitteln, konnten wir erreichen. Alle waren sehr froh, mitgefahren zu sein. Bei der Rückfahrt führten wir noch viele Gespräche zum Thema. Eine Exkursion in diese Gedenkstätte ist eine prägende Erfahrung, die herausfordert und lange nachwirkt. Ein bosnischer Jugendliche erzählte uns bei der Heimfahrt nach Wels, dass es seit dem Jugoslawienkrieg in seinem Herkunftsdorf heißt: „Immer vergeben, aber niemals vergessen!“. Ein Spruch, der für eine große Stärke steht.

Als Nachbereitung zum Thema Menschenrechte und Flüchtlinge besuchten wir mit den Jugendlichen am 3. Oktober die Großdemonstration für eine menschliche Asylpolitik in Wien sowie das Voices for Refugees Konzert am Heldenplatz. Es war dies ein schöner Abschluss und die Teilhabe an einem kraftvollen und lebensbejahenden Zeichen.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei dem Bürgermeiste r der Stadt Wels, Dr. Peter Koits und der Initiative WelserInnen gegen Faschismus, die diese Reise durch ihre finanzielle Unterstütztung ermöglicht haben. Ebenso bei unseren Vorgesetzten für die Genehmigung der Dienstreise.

Kurtulus Cabuk, Adrienn Petrovics, Ralf Drack

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