Die Grünberg-PreisträgerInnen 2015: Peter Koits

Dr. Peter Koits wurde am 9. Mai 1941 in Wien geboren. Seine Grundschulausbildung erhielt er in Ebensee und Ried im Innkreis, ehe er eine kaufmännische Lehre bei der Firma Backfrieder und Redl in Linz begann, die er 1960 mit der Kaufmannsgehilfenprüfung abschloss. Nach dem Präsenzdienst war er als kaufmännischer Angestellter tätig, bis er im September 1962 eine Stelle  in  der OÖ Gebietskrankenkasse antrat.

Am 9.3.1963 heirateten er und Waltraut Fröhler, der Geburt der Tochter Gabriela im Jahr 1964 folgte die von Sohn Markus 1971 sowie von Barbara 1974.

Auch in beruflicher Hinsicht konnte Peter Koits wesentliche Veränderungen verbuchen: Der Reifeprüfung an der Arbeitermittelschule Linz folgte das Jusstudium an der Hochschule Linz, das er mit der Promotion zum Doktor der Rechte im Jahr 1970 abschloss.

Im selben Jahr trat er in ein Dienstverhältnis mit dem Land OÖ ein.

Die politische Laufbahn von Dr. Koits begann wohl nicht 1978, in die  öffentliche Wahrnehmung trat er jedoch erst mit der  Wahl zum Obmann der Sektion 3 der SPÖ Wels, für die er als Gemeinderat, Mitglied des Stadtsenats und Vizebürgermeister fungierte, ehe er – inzwischen Stadtparteiobmann – am 7.11.1999 zum Bürgermeister der Stadt Wels gewählt wurde. 2003 und 2009 wurde er jeweils wiedergewählt, bei der Gemeinderatswahl 2015 kandidierte er nicht mehr für dieses Amt.

Das Ausscheiden von Dr. Peter Koits aus der aktiven Politik markiert auch eine Zäsur in der politischen Zusammenarbeit zwischen Antifa und Stadt Wels. Dass sich die Initiative gegen Faschismus dafür entschieden hat, Dr. Koits mit dem Grünberg-Preis auszuzeichnen, hängt in erster Linie damit zusammen, dass sich nach Jahren der Konfrontation mit der offiziellen Politik der Stadt Wels – im Wesentlichen aufgrund der „Braune-Flecken-Diskussion“ – mit dem Amtsantritt von Peter Koits eine für alle spürbare Verbesserung der Kommunikation einstellte, die sich schließlich zu einer für alle Seiten positiven Kooperation entwickelte. Jährliche gemeinsame Gedenkfeiern wie das Gedenken anlässlich der Novemberpogrome oder der Todesmärsche der ungarischen Juden, die Errichtung von Mahnmalen im Pollheimerpark, in der Porzellangasse und am jüdischen Friedhof oder die Installation des Erinnerungswegs im Rahmen des Bürgerbeteiligungsprozesses wären in dieser Form ohne das Engagement und das tatkräftige Mitwirken von Bürgermeister Koits nicht möglich gewesen. Seine Unterstützung der antifaschistischen Arbeit, sein ehrliches Engagement und seine aufrechte politische Gesinnung verdienen es, mit dem Elfriede-Grünberg-Preis ausgezeichnet zu werden.

Der Preis wird am 23. November im Rahmen unseres Jahresforums überreicht.

koits

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