Nach Besuch bei Rechtsextremisten: Breite Kritik an Linzer SPÖ-Spitze

Aussendung des OÖ. NETZWERK GEGEN RASSISMUS UND RECHTSEXTREMISMUS (Antifa-Netzwerk)

Nach Besuch bei Rechtsextremisten:
Breite Kritik an Linzer SPÖ-Spitze

Antifa-Netzwerk: „Anbiederung demokratischer Politiker an Hetzer“

LINZ. Schon seit Jahren wird innerhalb wie außerhalb der Sozialdemokratie immer wieder Kritik am Naheverhältnis der Linzer SPÖ-Spitze zum Verein „Avrasya“ laut. Dieser Verein gibt sich einen demokratischen und integrationsfördernden Anschein. Tatsächlich ist er eine Organisation der „Grauen Wölfe“, türkischer Rechtsextremisten1, die in ihrer ultranationalistischen Propaganda u.a. gegen Juden, Kurden, Armenier und Linke hetzen.

2012 erschien das Buch „Grauer Wolf im Schafspelz – Rechtsextremismus in der Einwanderungsgesellschaft“. Es wurde von den Experten Thomas Schmidinger, Thomas Rammerstorfer, Kemal Bozay und Christian Schörkhuber verfasst und von der SPÖ-nahen Volkshilfe herausgegeben. In diesem Buch wird die faschistische Ideologie der „Grauen Wölfe“ umfangreich belegt und vor jeder Zusammenarbeit mit ihren Organisationen gewarnt. „Grauer Wolf im Schafspelz“ wurde auch im SPÖ-Landesvorstand besprochen und im SPÖ-Mitgliedermagazin „Freundschaft“ beworben.

Die Linzer SPÖ-Spitze blieb „Avrasya“ trotz alledem freundlich gesinnt. Ein Block dieser rechtsextremen Organisation nimmt sogar offiziell am jährlichen 1.-Mai-Aufmarsch der Linzer Sozialdemokraten teil und wird von der Tribüne herab begrüßt! Das war auch heuer der Fall (Foto siehe im Anhang). Deshalb wandten sich im vergangenen Juli mehrere demokratische türkische und kurdische Organisationen – darunter „ADA – Alternative Solidarität“, die „Taksim-Initiative Linz“ und der „Alevitische Kulturverein Wels“ – mit einem Protestschreiben an die Führung der Landes- und der Linzer SPÖ: Sie forderten, jede Zusammenarbeit mit und jede Unterstützung von „Avrasya“ einzustellen.

Das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus (Antifa-Netzwerk), dem 72 politische, kirchliche, kulturelle und humanitäre Organisationen angehören, beschloss kürzlich auf seinem Jahrestreffen dieselbe Forderung.

Jetzt wurden auf einer internen Facebook-Seite der türkischen Rechtsextremisten Fotos veröffentlicht, die den Linzer Bürgermeister Klaus Luger und seinen Sozialstadtrat Stefan Giegler (beide SPÖ) bei einem Besuch im Linzer „Avrasya“-Lokal zeigen (siehe Anhang).

Angesichts von so viel Unbelehrbarkeit hagelt es nun Proteste. Österreichs führender Experte zum Thema „Graue Wölfe“, der an der Universität Wien lehrende Politikwissenschafter Thomas Schmidinger, betont: „Diese Strömung hat sich immer wieder durch offenen Antisemitismus, Demokratiefeindlichkeit sowie antikurdische und antiarmenische Ressentiments hervorgetan. Gerade im Zuge der erneuten politischen Zuspitzung in der Türkei ist es sehr problematisch, wenn österreichische Politiker eine solche Ideologie unterstützen, die weder in der Türkei noch in Österreich zum friedlichen Miteinander beiträgt.“

„Die Anbiederung demokratischer Politiker an Hetzer wird von uns nicht hingenommen. Wer wie die „Grauen Wölfe“ menschenverachtende Propaganda verbreitet, ist kein Partner, sondern ein Fall für den Verfassungsschutz“, stellt Robert Eiter, Sprecher des OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus, fest.

„Die „Grauen Wölfe“ haben gerade bei Jugendlichen Zulauf. Für mich ist eine Zusammenarbeit mit Faschisten, egal welcher Herkunft, immer unakzeptabel“, sagt Fiona Kaiser, stellvertretende SPÖ-Landesvorsitzende sowie SJ-Landesvorsitzende.

„Für ein paar hundert Stimmen werden die antifaschistischen Grundwerte der Sozialdemokratie verleugnet. Damit muss endlich Schluss sein!“, so Peter Weidner, Landesvorsitzender des Bundes Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer.

1 Die „Grauen Wölfe“ treten in der Türkei unter der Bezeichnung „Nationalistische Bewegungspartei“ (MHP) auf.

3 Kommentare zu “Nach Besuch bei Rechtsextremisten: Breite Kritik an Linzer SPÖ-Spitze

      • it’s all about the Thrones … zu Deutsch : Lugers Schoß
        Ich halte keine Seite, bin auch im klaren dass die grauen Wölfe Vereine alle unkorrekt sind genauso diese religiösen suspiciosen Stiftungen und ganz offen gesagt auch diese kurdischen Nationalisten, die ganz Offen zu jeder Kundgebung mit Öcalan Fahnen aufkreuzen, der international als Terrorist eingestuft ist und zahlreiche Anschläge auf Zivilisten, vorallem gezielte Operationen gegen Linke Bewegungen geführt hat. Die Liste der Anschläge auf Linke kannste jederzeit haben.
        Um „sachlicher“ zu bleiben… die grauen Wölfe hin od. her, sie luden offensichtlich den Luger ein der natürlich berechtigt ist Vereine sich anzusehen.
        Hierbei gehts nur darum dass man gegenseitig neidisch ist welche Gruppierungen den wärmsten Platz auf Lugers Schoß besetzen darf.

        Ich kenne die Antifa seitdem ich ein Knirps war und mittlerweile 30, trink ich gern Bier mit der alten Clique, rein aus Begeisterung.
        Das ist halt meine Meinung zum ganzen weil ich diese Menschen gut beobachte..
        Ansonsten, mein ganzer Respekt an euch und Global jedem AntiFa. !

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