Bürgermeister log über FPÖ-Mitgliedschaft von Hakenkreuz-Fan: Welser Antifa fordert Rabls sofortigen Rücktritt

Zuerst tauchte ein Foto auf, das den Welser Stadtwache-Mitarbeiter Peter S. vor einer Hakenkreuzfahne zeigt. Dieses Foto führte Ende Dezember zur fristlosen Entlassung von Peter S. durch den Magistrat sowie zur Einschaltung der Staatsanwaltschaft. Der blaue Bürgermeister Andreas Rabl betonte damals, der Hakenkreuz-Fan sei kein FPÖ-Mitglied gewesen.

 

Nur wenige Tage später deckte die Welser Initiative gegen Faschismus (Antifa) auf, dass Peter S. bei der FPÖ-Vorfeldorganisation AUF aktiv war. Bei den Personalvertretungswahlen des Magistrates Wels im Jahr 2014 kandidierte er sogar für diese „Gewerkschafter“ der FPÖ, und zwar an prominenter dritter Stelle! Antifa-Vorsitzender Werner Retzl stellte fest: „Dass Rabl davon nichts gewusst hat, ist undenkbar.“

 

Gestern (18. Jänner) bewies die „Kronenzeitung“ endgültig: Die Öffentlichkeit wurde vom Welser FPÖ-Bürgermeister mit voller Absicht belogen. Peter S. gibt an, er sei seit 2013 FPÖ-Mitglied gewesen und habe zu Rabl engen Kontakt gehabt. Dieser habe ihn auch zur AUF gebracht.

 

Die Antifa fordert jetzt Rabls sofortigen Rücktritt: „Wer so dreist lügt, dem glaubt man nie mehr. Und der ist als Bürgermeister völlig untragbar. Andreas Rabl wollte vertuschen, wie tief die Welser FPÖ im braunen Sumpf steckt, während er selbst gern den „Antifaschisten“ spielt. Wenn er noch einen Funken Anstand hat, zieht er die Konsequenzen!“, so Retzl.

 

Eines amüsiert den Antifa-Vorsitzenden allerdings: „Die blaue Propaganda dürfte auf Dauer nicht besonders überzeugend sein. Denn Peter S. gibt an, im Juli 2017 die FPÖ verlassen zu haben – weil er ausgerechnet zum Islam konvertiert ist …“

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Antifa-Forum: Schwarz/blau hoch 3

Montag, 29. Jänner, 18:45

Freiraum Wels, Altstadt 8, 4600 Wels

Seit Dezember ist die national-konservative Machtübernahme auch im Bund beschlossene Sache. Sozialabbau, institutionalisierter Rassismus, Umverteilung zu Gunsten der Reichen, eine reaktionäre Frauen-, Kultur- und Umweltpolitik stehen vor der Tür oder sind mitten in der Umsetzung. In Wels sind wir auf gleich drei Ebenen – Stadt, Land und Bund – damit konfrontiert.

Was das bedeutet und was wir dagegen tun können, darüber wollen wir mit euch diskutieren!

Eingangsstatements von Robert Eiter, Laurien Scheinecker und Thomas Rammerstorfer.

Eine Veranstaltung der Welser Initiative gegen Faschismus

 

Nächste Veranstaltungen der Welser Initiative gegen Faschismus

Lesung aus dem Buch „Die Himmel waren vermauert“ von Joseph Fisher

Freitag, 19.01.2018, 17.00 Uhr, Landesmusikschule Gunskirchen und am Samstag 20.01. 2018, 17 Uhr, Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

 

„Klang.Zeichen.Setzen“ anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages

Samstag, 27.01.2018, 19.30 Uhr, Minoriten Wels

mit A Capella Chor Wels und das Ensemble Wels

 

Monatsforum

Montag, 29.01.2018, 18.45 Uhr, Freiraum Wels

 

„Politischer Aschermittwoch“ – Droht Österreich die Orbánisierung?

Mittwoch, 14.02.2018, 20.15 Uhr, Bildungshaus Schloss Puchberg

mit Journalist und Herausgeber der Wiener Stadtzeitung „Falter“, Armin Thurnher

Stadtwache-Mitarbeiter mit Hakenkreuz-Fahne war bei Freiheitlichen aktiv – Welser Antifa: „Rabls FPÖ kommt aus dem braunen Sumpf nicht heraus“

Kurz vor Silvester erregte ein „Einzelfall“ die Stadt Wels: Von einem Bediensteten der Stadtwache, Peter S., war ein Foto aufgetaucht, auf dem er bei sich zu Hause mit einer Hakenkreuz-Fahne posiert.
Der Magistrat sprach eine fristlose Entlassung aus, die Polizei ermittelt. Die „Kronenzeitung“ berichtete: „Dem Mitarbeiter wird in einem Schreiben unterstellt, FPÖ-Mitglied zu sein und im Wahlkampf die Freiheitlichen unterstützt zu haben.“ Bürgermeister Andreas Rabl wurde zitiert: „Er ist definitiv kein FPÖ-Mitglied.“
Ob das stimmt oder nicht, kann die Welser Initiative gegen Faschismus (Antifa) nicht beurteilen.
Allerdings deckt sie jetzt auf, dass Peter S. bei einer FPÖ-Vorfeldorganisation, der
„Aktionsgemeinschaft Unabhängiger und Freiheitlicher“ (AUF) aktiv war oder ist. Bei den Personalvertretungswahlen des Magistrates Wels im Jahr 2014 kandidierte er sogar für diese „Gewerkschafter“ der FPÖ: an prominenter dritter Stelle!
Dass Rabl davon nichts gewusst hat, ist undenkbar. Er hat die Öffentlichkeit also mit Absicht irreführend informiert.
„Wundern tut die Hakenkreuz-Affäre wohl niemanden. Leute wie Peter S. meinen, sie hätten in Wels Narrenfreiheit“, so Werner Retzl, Vorsitzender der Welser Initiative gegen Faschismus. „Wenn schon der Magistratsdirektor bei einer Burschenschaft ist, die sich „Obergermanen“ nennt …“.
Eine Reihe rechtsextremer Vorfälle in der Welser FPÖ blieb gänzlich ohne Konsequenzen. Retzl erinnert an den blauen Gemeinderat Ralph Schäfer, der wegen NS-Wiederbetätigung und Sachbeschädigung vor Gericht gestanden ist: „Bis heute hat sich Schäfer weder für seine Taten entschuldigt noch sich davon distanziert.“
Die ewiggestrigen Sympathien des Hakenkreuz-Fans waren kein Geheimnis. Aufzuklären gilt es die Frage, wie Peter S. ausgerechnet bei der Stadtwache eingesetzt werden
konnte. Auf Facebook sind seine Sympathien für rechtsextreme Gruppen wie die „Identitären“ offen dokumentiert.
„Auch in Wels kommt die FPÖ nicht aus dem braunen Sumpf heraus“, fasst Antifa-Vorsitzender Retzl zusammen. „Dass der bekannte Schauspieler Cornelius Obonya kürzlich ernste Mahnungen an Rabl gerichtet hat, war also höchst berechtigt.“

Franz Kirchgatterer verstorben

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Gestern erreichte uns die Nachricht, dass Nationalratsabgeordneter a.D. Kommerzialrat Franz Kirchgatterer am 21. November nach langer Krankheit verstorben ist.
Franz Kirchgatterer war stets ein vorbildlicher Sozialdemokrat, auf den man sich aufgrund seiner Unbeugsamkeit auch in schwierigen Situationen verlassen konnte.
Wir haben mit ihm nicht nur ein Mitglied der Initiative gegen Faschismus verloren, sondern einen engagierten antifaschistischen Weggenossen und Freund. Während seiner Tätigkeit als Gemeinderat der Stadt Wels, als Abgeordneter des Nationalrats sowie als Sektions- und Bezirksparteivorsitzender lernten wir ihn als besonnenen und überlegten Mitstreiter kennen und schätzen.
Unser aller Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

Er hinterlässt eine große Lücke – wir werden ihn nie vergessen!

Welser Initiative gegen Faschismus

Verdiente AntifaschistInnen mit dem „Elfriede Grünberg“- Preis gewürdigt

Großer Besucherandrang herrschte bei der 26. Jahreshauptversammlung der Welser Initiative gegen Faschismus am Montag, dem 20. November. Vorsitzender Werner Retzl durfte 70 Vereinsmitglieder und Gäste beim traditionellen Jahresabschluss im Bildungshaus Schloss Puchberg begrüßen.

In Rückblenden wurden die 33 öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten des abgelaufenen Vereinsjahrs präsentiert, mit denen sich die Antifa als ein wichtiger kultureller und politischer Impulsgeber in der Messestadt bewiesen hat. Neben Diskussionsrunden, Kulturveranstaltungen und Gedenkkundgebungen bildet die Bildungs-, Integrations- und Antirassismusarbeit der 200 Vereinsmitglieder wesentliche Eckpfeiler des jahrzehntelangen Engagements.

Mit der Verleihung der „Elfriede Grünberg“- Preise an verdiente AntifaschistInnen aus ganz Oberösterreich konnten auch heuer wieder herausragende Leistungen gewürdigt und gefeiert werden. Die diesjährigen PreisträgerInnen der von der Initiative heuer bereits zum 18. Mal vergebenen Auszeichnung sind: das Integrationsprojekt „Café für Alle“aus Wels, der aus Ried/I. stammende Nationalratsabgeordnete a.D. Karl Öllinger, die junge Historikerin und Bloggerin Kathrin Quatember aus Ebensee sowie der Journalist und Kabarettist Klaus Buttinger aus Wels.

Mit politischem Smalltalk und hitzigen Diskussionen endete das Jahresforum 2017 am kalten Buffet.