9. November 2020: Alma Zadic bei der Kundgebung zur „Reichspogromnacht“ in Wels

Alma Zadic

Die Gedenkkundgebung zur „Reichspogromnacht“ findet heuer am 9. November um 19 Uhr wie üblich vor dem Jüdischen Mahnmal im Pollheimer Park statt.

Hauptrednerin ist heuer Justizministerin Alma Zadic. Davor sprechen Katharina Gusenleitner von der Welser initiative gegen Faschismus und Terry Swartzberg von der Stolperstein-Kampagne.

Wir weisen darauf hin, dass bereits um 17 Uhr in der Landesmusikschule die Ausstellung „GehDenkSpuren“ zum Todesmarsch der ungarischen Juden eröffnet wird. Dort sprechen Martina Franke (Direktorin Landesmusikschule, Thomas Rammerstorfer (Welser Initiative gegen Faschismus), Johnny Reindl-Schwaighofer (Kulturstadtrat) und ebenso Terry Swartzberg.

Bei beiden Veranstaltungen bestehen wir auf die Einhaltung der geltenden Maßnahmen zur Vermeidung von Covid-19-Infektionen (Mund-Nasen-Schutz, Abstandhalten, Hygiene).

Wir freuen uns auf euer Kommen!

Welser Initiative gegen Faschismus

9. November 2020 in Wels: Ausstellungseröffnung zum Todesmarsch der ungarischen Juden

Es sprechen
MARTINA FRANKE (Direktorin Landesmusikschule)
THOMAS RAMMERSTORFER (Welser Initiative gegen Faschismus)
JOHNNY REINDL-SCHWAIGHOFER (Kulturstadtrat)
TERRY SWARTZBERG (Stolpersteine-Kampagne)

9. 11. 2020, 17 Uhr, Landesmusikschule Wels, Maria-Theresia-Straße 33

„GEH-DENK-SPUREN 2020“ lautet der Titel einer Wanderausstellung, die sich intensiv mit den „Todesmärschen“ von Jüdinnen und Juden von Mauthausen nach Gunskirchen im Jahr 1945 beschäftigt. Die Ausstellung wurde von der Arbeitsgemeinschaft „GEH-DENK-SPUREN“ entwickelt und umgesetzt.

Diese Form der Präsentation wurde bewusst gewählt, um regionale Geschichte kompakt zu dokumentieren und sie lokal sichtbar zu machen. Eine deutliche GEH-DENK-SPUR soll sich von Mauthausen entlang
der ehemaligen „Todesmarsch-Routen“ bis nach Gunskirchen ziehen. Im Rahmen der lokalen Gedenkfeiern wird die Wanderausstellung eingebunden. Nun ist sie für eine Woche in Wels zu Gast.

Die Arbeitsgemeinschaft hat neue historische Erkenntnisse zu Tage gefördert und rückt mit der Ausstellung persönliche Schicksale ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Ausstellung zeigt einerseits ein dunkles Kapitel in der NS-Geschichte, aber auch leuchtende Beispiele von Zivilcourage.

Die Ausstellung wird in der Musikschule bis einschließlich 16. November zu den Öffnungszeiten (8 bis 21 Uhr) zu besichtigen sein.

Wels sagt ein klares Nein zu Hasspropaganda: Aktiv gegen rechtsextreme Schmieraktionen (Presseaussendung vom 17.04.2020)

Immer wieder versuchen Ewiggestrige, mit dem Schmieren von rassistischen Parolen und NS-Symbolen Hass zu verbreiten. So gab es in Wels einige Tage vor Ostern Schmieraktionen auf der Werksmauer der Reform-Werke, auf einer Plakatwand und im angrenzenden Unterführungsbereich von der Neustadt in die Vogelweide. Dank engagierter WelserInnen war diese Hasspropaganda aber nur von kurzer Dauer.

Lehrlinge der Reform-Werke machten sich mit ihrem Ausbildner gleich nach Ostern daran, die Neonazi-Schmierereien, nach Absprache mit der Geschäftsführung, zu entfernen. Das Motto der Lehrlinge lautete: „Der Dreck muss weg!“. Schon am Ostersonntag hatten AktivistInnen der Welser Initiative gegen Faschismus (Antifa) eine Plakatwand voller Ausländerhetze und Hakenkreuze einer menschenfreundlichen Umgestaltung unterzogen (siehe Foto). Durch die rasche Reaktion des Plakatwandeigentümers „Werbering“ wurden mittlerweile die letzten Spuren der Schmieraktion beseitigt.

„Wir haben diese rechtsextremen Straftaten – es handelt sich um NS-Wiederbetätigung, Verhetzung und Sachbeschädigung – selbstverständlich bei der Polizei angezeigt“, sagt Antifa-Vorsitzender Werner Retzl. Er betont: „Das sind keine Kavaliersdelikte. Das Verbotsgesetz und das Strafgesetzbuch sehen hohe Strafen vor. Wir hoffen, dass der Verfassungsschutz mit Ermittlungen in der braunen Szene und die Polizei mit verstärkten Patrouillen das Problem bald in den Griff bekommen. Die Antifa wird die Entwicklung sehr genau verfolgen!“

 

Welser Initiative gegen Faschismus

Kommentar: Rassenreinheit am Welser Wochenmarkt

Die gestresste blau-schwarze Stadtregierung leistet sich das nächste Fettnäpfchen. Da karrt das rührige Stadtmarketing mit „Freshland“ einen erfolgreichen Münchner Lebensmitteldiskonter nach Wels, doch die vom Wählerschwund gebeutelte blaue Paniktruppe sucht ihr Heil in schrillem Aktionismus: Weil der potentielle Anbieter auch für türkischstämmige Welser attraktiv sein könnte, wird der Vertrag vereitelt. „Man wolle keine falschen Signale senden“ begründet der blaue „Integrationsreferent“ das politische Reinheitsgebot. Mit der Angst vor preislichem Wettbewerb hat er sogleich die Welser Schwarzen im Boot, denn ein Diskonter am Wochenmarkt, das geht gar nicht. Also bleibt dem Stadtmarketing künftig wohl nur, in die Ausschreibungskriterien einen „Arierparagraphen“ aufzunehmen. Und den Welser BürgerInnen wird ausgerichtet: Multikulti am Wochenmarkt wird es in Wels nicht geben. Das ist ja auch in Wien gescheitert, wie man am Naschmarkt sehen kann. Schön, dass Fasching ist, und schön, dass mit den Gemeinderatswahlen im nächsten Jahr mit dieser Kasperltruppe Schluss sein wird.

(Kommentar des Vorstandes der Welser Initiative gegen Faschismus vom 31.01.2020)

Termine für 2020 zum Vormerken

  • Buchpräsentation: „Die Ehemaligen – Der Nationalsozialismus und die Anfänge der FPÖ“.: Montag, 20. Jänner 2020, um 19.00 Uhr im FreiRaumWels, Altstadt 8
  • KLANG_ZEICHEN_SETZEN Eine Veranstaltung gegen Gewalt zum Holocaustgedenktag: Montag, 27. Jänner 2020, um 19.30 Uhr in den Minoriten Wels
  • KLEINES NETZWERKTREFFEN des OÖ Netzwerkes gegen Rassismus: Dienstag, 28. Jänner 2020, um 16.30 Uhr in Linz, Volkshaus Kleinmünchen, Dauphinestr. 19
  • Politischer Aschermittwoch mit Gregor Gysi: Mittwoch, 26. Februar 2020, um 20 Uhr, Bildungshaus Puchberg/Wels
  • Todesmarschgedenken mit Maria Katharina Moser (Direktorin Diakonie Österreich): Mittwoch, 29. April 2020, um 19 Uhr, Friedhof Wels/Jüdisches Mahnmal
  • Befreiungsfeier KZ Nebenlager Gunskirchen: Samstag, 9. Mai 2020, um 10.30 Uhr, Au an der Traun
  • Befreiungsfeier KZ Mauthausen: Sonntag, 10. Mai 2020, um 11 Uhr, Mauthausen
  • Antifa-Sommerfest: Freitag, 26. Juni 2020, ab 18 Uhr, Black Horse Inn
  • GROSSES NETZWERKTREFFEN des OÖ Netzwerkes gegen Rassismus: Samstag, 10. Oktober 2020, ab 14 Uhr, BH Schloss Puchberg
  • POGROMNACHTGEDENKEN: Montag, 9. November 2020, um 19 Uhr Pollheimerpark Wels

Politischer Aschermittwoch mit Gregor Gysi

Mittwoch, 26. Februar 2020, um 20 Uhr

Bildungshaus Puchberg/Wels

Gregor Gysi ist ein brillianter Redner und Autor, ein scharfer Zeitkritiker und herausragende Persönlichkeit der Europäischen Linken. Im Gespräch mit Wilhelm Achleitner wird er als Zeitzeuge der deutschen Wiedervereinigung Stellung nehmen, die aktuellen Trends des Rechtspopulismus und die Krise der Sozialdemokratie beleuchten und seine Perspektiven für eine demokratische Zukunft erörtern.