Todesmarschgedenken beim jüdischen Mahnmal in Wels

Gedenken kommt von Denken!

Dr. Maria Katharina Moser am Welser Friedhof

Die heurige Kundgebung der Welser Initiative gegen Faschismus zum 77. Jahrestag der nationalsozialistischen Todesmärsche findet am Donnerstag nach Ostern, am 21. April 2022 um 18.30 Uhr statt. 

Als Gedenkrednerin konnte heuer die Direktorin der Diakonie Österreich, Frau Dr. Maria Katharina Moser gewonnen werden. 

Die Begrüßung erfolgt durch den Vorsitzenden der Initiative gegen Faschismus Mag. Werner Retzl, der sich auf eine interessante Veranstaltung freut: 

„Endlich findet diese Veranstaltung wieder in Präsenz statt, und sie verbindet in gewohnter Weise historische Erinnerung mit aktuellem Zeitbezug. In Zeiten eines Krieges mitten in Europa, in Zeiten großer Flüchtlingsströme und wachsender Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung hat die Verbindung von geschichtlichem Wissen und solidarischen Zukunftsperspektiven hohe Bedeutung. Wir freuen uns daher, mit Frau Dr. Moser eine Persönlichkeit bei uns zu haben, die moralische Kompetenz und praktische Hilfe repräsentiert und verbindet.“

Die Veranstaltung wird durch den Evangelischen Posaunenchor Wels musikalisch begleitet und findet beim jüdischen Mahnmal im Nordteil des Welser Friedhofes statt, wo 1.030 Opfer der Todesmärsche des Jahres 1945 bestattet sind.

Jahresforum 2021 und Verleihung des Elfriede- Grünberg-Preises

Am Montag, den 21.03.2022, um 19 Uhr findet das Jahresforum 2021 der Welser Initiative gegen Faschismus im Bildungshaus Schloss Puchberg statt.

Am Programm stehen der Jahresrückblick des Vorstandes 2021, Berichte, ein Ausblick auf die Schwerpunkte des Jahres 2022 sowie als Höhepunkt die Verleihung des „Elfriede-Grünberg-Preises“.

Wir freuen uns auf interessante Beiträge und einen netten Austausch bei Getränken und Brötchen im Anschluss an die Veranstaltung.

Politischer Aschermittwoch 2022 

Autor und Journalist Robert Misik ist Gast bei der Veranstaltungsreihe „Politischer Aschermittwoch“ der Welser Initiative gegen Faschismus.

Mittwoch, 2. März 2022, 20 Uhr

Bildungshaus Schloss Puchberg, Großer Saal, Puchberg 1, Wels

Eintritt frei! Wir freuen uns über freiwillige Spenden.       

Es gelten die aktuellen Corona-Regeln

Das Format findet heuer bereits zum 12. Mal statt. Robert Misik ist ständiger Autor bei „Falter“, „Profil“, „Der Standard“ sowie den deutschen Paradeblättern „Die Zeit“ und „taz“. Der ausgewiesene Linke und preisgekrönte Autor von „Liebe in Zeiten des Kapitalismus“ (2018), „Herrschaft der Niedertracht“ (2019) oder „Die falschen Freunde der einfachen Leute“ (2019) sinniert über den Zustand unserer Demokratie, die Chancen für eine linke Politik nach der Ära nach Kurz und „Das verrückte Leben in der pandemischen Gesellschaft“ (so auch der Untertitel seines jüngsten Buches „Die neue (Ab)normalität“. Im Gespräch mit unserem früheren Vorsitzenden Robert Eiter wird er aktuelle Themen wie den Umgang mit Verschwörungstheorien, den Rechtspopulismus, den Zustand der Demokratie und der Regierung sowie die Perspektiven für Europa, den Kapitalismus und die Linke diskutieren und natürlich über seine Bücher plaudern. Wie immer besteht im Anschluss Gelegenheit zur Publikumsdiskussion, bevor der Aschermittwoch bei Small Talk und Heringkäse ausklingt.

Wir freuen uns auf einen anregenden Abend und laden alle Interessierten zur Teilnahme ein!

Gutachten klärt Streit um die Venus von Wels, Presseaussendung des Mauthausen Komitees Österreich

 Linzer Historikerin: „NS-Belastung nicht wegzudiskutieren“  

Birgit Kirchmayr ist Professorin für Zeitgeschichte an der Johannes-Kepler-Universität Linz. Ihre Schwerpunkte sind Nationalsozialismus, Kunst- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts sowie Stadt- und Regionalgeschichte. Sie gehört als wissenschaftliche Koordinatorin dem Kunstrückgabebeirat der Republik Österreich an. Publiziert hat Birgit Kirchmayr unter anderem zum Umgang mit der NS-Vergangenheit in österreichischen und deutschen Städten sowie zur „Aphrodite von Linz“.

Wegen ihrer besonderen Qualifikation haben wir Frau Professorin Kirchmayr gefragt, ob sie ein Gutachten über die ‚Venus von Wels‘ erarbeiten könnte“, sagt Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). „Erfreulicherweise hat sie zugesagt.“

Das Motiv der Historikerin war fachliches Interesse. „Jedes Honorar wurde von ihr abgelehnt“, so Mernyi. „Wir bedanken uns für diese Großzügigkeit!“

Wissenschaftlich geprüft hat Birgit Kirchmayr in ihrem Gutachten die Streitfrage, ob die im Welser Stadtzentrum aufgestellte Nachbildung der antiken Original-Venus NS-belastet ist.

Der Welser Bürgermeister Andreas Rabl und seine Stellvertreterin Christa Raggl-Mühlberger (beide FPÖ), die für die Anfertigung und Aufstellung der Statue gesorgt haben, leugnen diese Belastung. 

Andererseits fordern das Mauthausen Komitee Österreich, das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus sowie die Welser Initiative gegen Faschismus, dass die Nachbildung des NS-Kultobjekts aus dem öffentlichen Raum entfernt wird. 91 Persönlichkeiten aus Wels und ganz Österreich, darunter KZ-Überlebende, Schriftsteller wie Michael Köhlmeier, Künstler wie Katharina Stemberger und Cornelius Obonya, aber auch der frühere Bundeskanzler Franz Vranitzky – haben die Forderung Ende April in einem Offenen Brief unterstützt.

Birgit Kirchmayr, die den Offenen Brief selbst nicht unterzeichnet hat, kommt in ihrem Gutachten zu einem eindeutigen Urteil: „Ein Objekt kann nicht losgelöst von seiner Geschichte betrachtet werden. Im Fall der Welser Venus besteht diese Geschichte nicht nur in ihrer altrömischen Herkunft, sondern eben auch in ihrer nationalsozialistischen Vereinnahmung. Eine heutige Annäherung an die Figur kann das nicht ausblenden. 80 Jahre nach Ende der NS-Zeit ist gesellschaftlich, politisch und wissenschaftlich in Österreich ein Level erreicht, in dem ein Verdrängen oder gar Verharmlosen von NS-Geschichte nicht mehr akzeptiert wird und national wie international einer Kommune nicht guttut.“

Die Historikerin stellt eine „nicht wegzudiskutierende NS-Belastung“ auch der neuen Venus-Nachbildung fest. Diese unkritische Form einer Nachbildung im öffentlichen Raum sei für die Auseinandersetzung ungeeignet, so Kirchmayr. Sie empfiehlt, die Figur im Museum aufzustellen und dort die gesamte Geschichte der Welser Venus inklusive ihrer NS-Belastung zu erörtern. Für den öffentlichen Raum würde es eine völlig neue Auseinandersetzung brauchen, betont die Historikerin. Dazu könnten beispielsweise Bildhauerinnen und Bildhauer eingeladen werden, eine zeitgemäße Variante der Venus zu gestalten.   

Willi Mernyi: „Eine führende Expertin hat die Argumente geprüft und die Frage geklärt. Unsere Kritik an der braunen Venus ist also berechtigt. Jetzt liegt es am Welser Gemeinderat, die Stadt von dieser Belastung zu befreien.“   
Werner Retzl, Vorsitzender der Welser Initiative gegen Faschismus, rechnet nicht mit der Einsicht des FPÖ-Bürgermeisters und seiner Stellvertreterin: „Höchstwahrscheinlich wird weiter geleugnet und gemauert. Deshalb müssen die anderen Parteien das Problem lösen. Frau Professorin Kirchmayr hat den Weg dazu gezeigt.“

Offener Brief an den Gemeinderat der Stadt Wels

Mauthausen Komitee Österreich

OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus

Welser Initiative gegen Faschismus

Sehr geehrte Mitglieder des Gemeinderates!

Der Welser Bürgermeister Andreas Rabl und seine Stellvertreterin Christa Raggl-Mühlberger (beide FPÖ) haben eine Nachbildung der „Venus von Wels“ anfertigen und im Stadtzentrum aufstellen lassen. Die antike Originalstatue, 1913 von einem Gunskirchner Bauern entdeckt, war nach dem „Anschluss“ von den Nationalsozialisten zum Kultobjekt erhoben worden. Sie hatten eine große Nachbildung und mehrere kleine geschaffen. Durch die Übergabe von letzteren wurden „verdiente Männer“ der NSDAP geehrt – als Erster Hermann Göring.

Trotzdem stand die große Nachbildung der Venus bis 2003 auf dem Welser Messegelände. Dann änderte sich das öffentliche Bewusstsein: Als 2010 der damalige Vizebürgermeister Bernhard Wieser (FPÖ) die Statue vor dem Kulturzentrum Herminenhof wiederaufstellen wollte, gab es breite Proteste. SPÖ und ÖVP verhinderten die Wiederaufstellung.

Nun ignoriert eine neue Nachbildung des NS-Kultobjekts im Stadtzentrum die Geschichte. Die braune Venus würdigt keineswegs das römische Erbe von Wels. Sie verhöhnt die Opfer des Nationalsozialismus und schadet dem Ruf der Stadt. Wels, das von 2000 bis 2015 in mehr als 60 Projekten seine Zeitgeschichte engagiert aufgearbeitet hat, verdient diesen Schaden nicht.

Deshalb richten wir an Sie, sehr geehrte Mitglieder des Gemeinderates, den dringenden Appell, für die rasche Entfernung der braunen Venus aus dem öffentlichen Raum zu sorgen! Sie befreien damit die Stadt, die Sie vertreten, von einer fatalen Symbolik.

Mit freundlichen Grüßen

Wilhelm ACHLEITNER, Träger des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Oberösterreich

Gerhard ARMINGER, praktischer Arzt

Werner ASCHERMAYER, Facharzt

Helmut AUSSERWÖGER, Leiter des Bildungshauses Schloss Puchberg

Nuray BAHҪETEPE, stv. Vorsitzende der Welser Initiative gegen Faschismus

Christa BAUER, Geschäftsführerin des Mauthausen Komitees Österreich

Thomas BAUM, Schriftsteller und Träger des Kulturpreises des Landes Oberösterreich

Andreas BAUMGARTNER-DANILOVIĆ, Generalsekretär des Internationalen Mauthausen Komitees

Elfriede BLEIMSCHEIN, praktische Ärztin

Gerhard BLEIMSCHEIN, praktischer Arzt

Walter BINDER, Aktivist des Sozialen Netzwerks Wels

Christian BRANDLMAIER, Facharzt

Klaus BUTTINGER, Journalist

Rosemarie DOBRINGER, AHS-Professorin i.R.

Guy DOCKENDORF, Präsident des Internationalen Mauthausen Komitees

Helmut EDELMAYR, Träger des Goldenen Ehrenzeichens des Landes Oberösterreich

Heinrich EHLERS, Holocaust-Überlebender

Robert EITER, Sprecher des OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus

Valie EXPORT, Medienkünstlerin und Filmemacherin

Peter FLORIANSCHÜTZ, Erster Präsident der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft

FRANZOBEL, Schriftsteller

Franz FROSCHAUER, Schauspieler und Träger des Bühnenkunstpreises des Landes Oberösterreich

Eberhard GREUTTER, Unternehmer

Waltraud GREUTTER-GREUNZ, Pädagogin

Andreas GRUBER, Filmregisseur und Drehbuchautor

Heimo GRUBER, Beiratsmitglied der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft

Josef GRUBER, Jurist

Harald GRÜNN, oö. Landesvorsitzender und Bundesvorsitzender des KZ-Verbandes

Karl GUSENLEITNER, AHS-Professor i.R.

Kristin GUSENLEITNER, Soziologin

Lara GUTTMANN, Co-Präsidentin der Jüdischen österreichischen HochschülerInnen  

Rudolf HABRINGER, Schriftsteller 

Elfriede HAMMERL, Journalistin und Schriftstellerin

Thomas HELLMUTH, Historiker (Universität Wien)

Michael JOHN, Historiker und Obmann der Österreichischen Lagergemeinschaft Auschwitz

Günter KAINDLSTORFER, Journalist und Schriftsteller (Günter WELS)

Günter KALLIAUER, früherer Leiter des Welser Stadtarchivs

Helene KALTENBÖCK, oö. Landessprecherin der Omas gegen rechts

Reinhard KANNONIER, Historiker 

Michael KÖHLMEIER, Schriftsteller

Martin KRANZL-GREINECKER, Journalist und Initiator der Gedenkstätte „Kinder von Etzelsdorf“

Ludwig LAHER, Schriftsteller und Träger des Kulturpreises des Landes Oberösterreich

Irmgard LEHNER, Leiterin der Pfarre St. Franziskus in Wels

Andreas MAISLINGER, Politikwissenschafter

Dominika MEINDL, Schriftstellerin 

Willi MERNYI, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich

Anna MITGUTSCH, Schriftstellerin und Trägerin des Kulturpreises des Landes Oberösterreich

Hannes MÜLLER, AHS-Professor

Peter MUNK, Holocaust-Überlebender

Cornelius OBONYA, Schauspieler und Präsident der Aktion gegen den Antisemitismus

Heinrich OPPITZ, Rechtsanwalt

Kurt PALM, Schriftsteller, Regisseur und Träger des Kulturpreises des Landes Oberösterreich

Andreas PEHAM, Autor und Rechtsextremismus-Experte

Anton PELINKA, Politikwissenschafter

Martin POLLACK, Schriftsteller und Träger des Kulturpreises des Landes Oberösterreich

Christian PUCHER, Kulturvermittler 

Samuel PUTTINGER, oö. Landesvorsitzender der Sozialdemokratischen FreiheitskämpferInnen

Wolfgang QUATEMBER, Historiker und Leiter des Zeitgeschichtemuseums Ebensee

Doron RABINOVICI, Schriftsteller und Initiator von „Die letzten Zeugen“

Markus RACHBAUER, Mitarbeiter des Lern- und Gedenkortes Schloss Hartheim

Birgit RAFFELSBERGER, Pastoralassistentin

Karl RAMSMAIER, Träger des Menschenrechtspreises des Landes Oberösterreich

Margit REITER, Historikerin (Universität Salzburg)

Werner RETZL, Vorsitzender der Welser Initiative gegen Faschismus

Gerhard RUISS, Schriftsteller und Sprecher der IG Autorinnen und Autoren

Uwe SAILER, Träger des Solidaritätspreises der Linzer Kirchenzeitung

Monika SALZER, Psychotherapeutin und Bundessprecherin der Omas gegen rechts

Käthe SASSO, Überlebende des KZ Ravensbrück

Hans-Henning SCHARSACH, Autor und Rechtsextremismus-Experte

Susanne SCHOLL, Schriftstellerin und Bundessprecherin der Omas gegen rechts

Franz Samy SCHRITTWIESER, Diakon

Gregor SEBERG, Autor, Kabarettist und Schauspieler

Susanne SHAKED, Generalsekretärin der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft

Shaul SPIELMANN, Holocaust-Überlebender

Dušan STEFANČIČ, KZ-Überlebender und Präsident des Mauthausen Komitees Slowenien

Evelyn STEINTHALER, Autorin und Übersetzerin

Katharina STEMBERGER, Schauspielerin und Gründerin der Initiative „Courage“

Wolfram STERRER, Lehrlingsausbildner

Christian STÖBICH, Vorstandsmitglied der Welser Initiative gegen Faschismus

Christopher STRABERGER, Rechtsanwalt

Franz STRASSER, Regisseur und Schauspieler

Johanna STRASSER-LÖTSCH, Pastoralassistentin

Katja STURM-SCHNABL, Kulturwissenschafterin und Überlebende eines NS-Lagers

Hans-Jürgen TEMPELMAYR, Generalsekretär der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft

Sashi TURKOF, Co-Präsidentin der Jüdischen österreichischen HochschülerInnen

Franz VRANITZKY, Bundeskanzler i.R.

Peter WEIBEL, Künstler und Kurator 

Peter WEIDNER, Beiratsmitglied der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft

Roland WERNECK, Pfarrer der Evangelischen Pfarrgemeinde Wels

Peter Paul WIPLINGER, Schriftsteller und Träger der Kulturmedaille des Landes OberösterreichRobert ZINTERHOF, Träger des Menschenrechtspreises des Landes Oberösterreich

KZ-Überlebende, Historiker, Künstler fordern Entfernung der braunen Venus, Presseaussendung des Mauthausen Komitees Österreich vom 27. April 2021

Auch viele bekannte Welser haben Offenen Brief unterzeichnet  

In einem Offenen Brief wenden sich 91 Persönlichkeiten an den Welser Gemeinderat. Sie verlangen von dessen Mitgliedern, für die rasche Entfernung der im Stadtzentrum aufgestellten Venus zu sorgen. Dabei handelt es sich um die Nachbildung einer antiken Statue, die die Nationalsozialisten zum Kultobjekt erhoben haben. Mit damaligen kleinen Nachbildungen sind Hermann Göring und andere „verdiente Männer“ der NSDAP geehrt worden. 

Trotzdem behaupten der Welser Bürgermeister Andreas Rabl und seine Stellvertreterin Christa Raggl-Mühlberger (beide FPÖ), die aktuelle Version des Kultobjekts, die sie anfertigen und aufstellen haben lassen, sei nicht NS-belastet. 

Das sehen die Unterzeichner des Offenen Briefes anders: etwa die KZ-Überlebenden Käthe Sasso, Dušan Stefančič und Shaul Spielmann, die Historiker Margit Reiter, Michael John, Thomas Hellmuth und Wolfgang Quatember, die Politikwissenschafter Anton Pelinka und Andreas Maislinger, die Rechtsextremismus-Experten Hans-Henning Scharsach und Andreas Peham, die Künstler Valie Export und Peter Weibel, die Schauspieler Katharina Stemberger, Cornelius Obonya, Gregor Seberg und Franz Froschauer sowie die Schriftsteller Anna Mitgutsch, Michael Köhlmeier, Doron Rabinovici, Franzobel, Kurt Palm, Ludwig Laher, Thomas Baum und Günter Wels

Weiters der frühere Bundeskanzler Franz Vranitzky, die Journalistin Elfriede Hammerl, der Sprecher der IG Autorinnen und Autoren, Gerhard Ruiss, der Präsident der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft, Peter Florianschütz, der Bundesvorsitzende des KZ-Verbandes, Harald Grünn, und die Bundessprecherinnen der „Omas gegen rechts“, Susanne Scholl und Monika Salzer.

Angeschlossen haben sich dem Appell auch viele bekannte Namen aus Wels, darunter Ärzte, Rechtsanwälte, Kirchenvertreter sowie Engagierte aus Kultur und Zivilgesellschaft. Zum Beispiel die Schriftstellerin Dominika Meindl, der frühere Leiter des Stadtarchivs, Günter Kalliauer, der Leiter des Bildungshauses Schloss Puchberg, Helmut Außerwöger, die Pfarrleiterin Irmgard Lehner, der evangelische Pfarrer Roland Werneck, der Journalist Klaus Buttinger, der Filmregisseur Andreas Gruber sowie dessen Bruder Josef Gruber, der viele Jahre Bezirkshauptmann von Wels-Land war.

Viele Unterzeichner sind Träger hoher Auszeichnungen, etwa des Kulturpreises und des Menschenrechtspreises des Landes Oberösterreich.

Gemeinsam formuliert haben den Offenen Brief das Mauthausen Komitee Österreich, das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus sowie die Welser Initiative gegen Faschismus

„KZ-Überlebende und Opferverbände sind empört, Historiker und Politikwissenschafter kommen zu einem klaren Urteil“, sagt der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich, Willi Mernyi. „Die Aufstellung der braunen Venus war eine krasse Fehlentscheidung. Warum gehen von FPÖ-Politikern immer und immer wieder solche ewiggestrigen Aktionen aus?“

„Gänzlich überflüssig und ein Schaden für Wels“ – so nennt Werner Retzl, der Vorsitzende der Welser Initiative gegen Faschismus, das wiedererstandene NS-Kultobjekt. „Die breite Kritik inner- und außerhalb der Stadt spricht Bände. Jetzt müssen die Mitglieder des Gemeinderates ihre Verantwortung wahrnehmen und die Notbremse ziehen!“

Bis zur Entfernung der Statue wird der Widerstand fortgesetzt, betonen Mernyi und Retzl: „Das sind wir den Opfern des NS-Terrors schuldig!“

25. 1. 2021: Mahnwache für die Opfer des Nationalsozialismus (Stillfüssing)

Mo, 25. Jänner 2021
18.30 Uhr
Stillfüssing, Gemeinde Waizenkirchen (OÖ)

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages lädt ein breites antifaschistisches Bündnis zu einer Mahnwache für die Opfer des Nationalsozialismus ein. Die Mahnwache findet am Montag, dem 25. Jänner 2021, um 18.30 Uhr beim Waffen-SS-Denkmal in Stillfüssing (Gemeinde Waizenkirchen) statt. Wir wollen nicht nur der Opfer gedenken, sondern auch einen angemessenen Umgang mit der Geschichte der Täter und ihrer Verbrechen einfordern.

Ein Grab in Stillfüssing, in dem 13 Gefallene der Waffen-SS beerdigt sind, dient als Denkmal und als Pilgerstätte für Rechtsextremisten. Wir verlangen einen Zusatzstein, der unübersehbar darauf hinweist, dass die Waffen-SS eine verbrecherische Organisation war. Sie hat nicht nur zahlreiche Massaker an der Zivilbevölkerung in den von Hitler-Deutschland besetzten Gebieten verübt, sondern ab 1940 auch sämtliche KZ-Wachmannschaften gestellt.

In Peuerbach ist bis vor Kurzem Ferdinand Sammern-Frankenegg (1897 – 1944) durch eine Inschrift auf dem Kriegerdenkmal geehrt worden. Sammern-Frankenegg war als hochrangiger SS-Offizier für die Deportation von 300.000 Jüdinnen und Juden in die Vernichtungslager verantwortlich. Nach einem großen „Kurier“-Artikel wurde die Inschrift provisorisch überklebt. Wir fordern die dauerhafte Entfernung der Inschrift und eine inhaltliche Auseinandersetzung der Stadt Peuerbach mit den Gräueltaten Sammern-Frankeneggs.

Einladende Organisationen: Mauthausen Komitee Österreich, OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus, Israelitische Kultusgemeinde Linz, SPÖ Waizenkirchen, SPÖ Grieskirchen/Eferding, Grüne Oberösterreich, ÖGB Grieskirchen/Eferding, Katholische Jugend, Sozialistische Jugend, Österreichische Gewerkschaftsjugend, KZ-Verband, Sozialdemokratische FreiheitskämpferInnen, Welser Initiative gegen Faschismus, Omas gegen rechts, Solidarwerkstatt Österreich, Österreichischer Auslandsdienst